Warum gibt es verkehrsberuhigende Maßnahmen?
Verkehrsberuhigende Maßnahmen werden eingeführt, um die Geschwindigkeit von Fahrzeugen zu reduzieren. Zu schnelles Fahren ist gefährlich. Die Fahrer selbst setzen sich bei höherem Tempo einem größeren Risiko aus. Zudem besteht eine allgemeine Gefahr für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer, die schwer verletzt oder getötet werden könnten.
Jedes Jahr kommen auf Großbritanniens Straßen fast 30.000 Menschen ums Leben oder werden schwer verletzt, und es gibt mehr als 135.000 Unfälle mit Personenschaden. Verkehrsberuhigende Maßnahmen können das Tempo drosseln und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer verbessern.
Die Wahrscheinlichkeit tödlicher Unfälle steigt mit zunehmender Geschwindigkeit. Wird ein Fußgänger von einem Fahrzeug bei 35 mph (ca. 56 km/h) erfasst, ist das Risiko, dabei zu sterben, mehr als doppelt so hoch, als wenn der Fahrer mit 30 mph (ca. 48 km/h) unterwegs wäre. Verkehrsberuhigende Maßnahmen schützen Gemeinden proaktiv, indem sie das Unfallrisiko senken und ein sichereres Miteinander von motorisierten Fahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern ermöglichen.
Die Geschwindigkeitskontrolle dient vor allem dem Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer wie Fußgängern und Radfahrern. Auch in Schulzonen sind Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 20 mph (ca. 32 km/h) üblich, um Kinder zu schützen.
Verkehrsberuhigende Maßnahmen halten Fahrer zudem davon ab, Wohnstraßen als Abkürzungen zu nutzen, was das Verkehrsaufkommen insgesamt senkt. Weniger Durchgangsverkehr erhöht die Sicherheit. In Gebieten mit hohem Fußgänger- oder Radverkehr sinkt die Unfallrate, wenn weniger Fahrzeuge auf der Straße sind.
Manchmal werden diese Maßnahmen auch eingesetzt, um Verkehrslärm und Abgase zu reduzieren und so die Lebensqualität von Anwohnern und Arbeitnehmern in städtischen Gebieten zu verbessern.
Schließlich fördern verkehrsberuhigende Maßnahmen das Zufußgehen und Radfahren. Durch sicherere Straßen werden Gebiete geschaffen, in denen diese Fortbewegungsarten attraktiver und praktischer erscheinen. Dies steigert die körperliche Aktivität und fördert gesündere, umweltfreundlichere Verkehrsmittel.
Arten von verkehrsberuhigenden Maßnahmen.
Es gibt viele verschiedene Arten von verkehrsberuhigenden Maßnahmen. Hier sind die gängigsten.
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: Die Einführung von Tempolimits ist wohl die offensichtlichste Maßnahme. Viele Straßen haben mittlerweile eine Begrenzung auf 30 km/h (entspricht etwa 20 mph). Fußgänger, die von Fahrzeugen bei 30 km/h erfasst werden, haben eine Überlebenschance von 97,5 % – ein deutlicher Kontrast zu dem 20-prozentigen Todesrisiko bei einem Aufprall mit 50 km/h (ca. 30 mph).
- Vertikale Geschwindigkeitskontrollen: Diese erhöhen die Fahrbahn und halten Fahrer davon ab, zu schnell zu fahren. Dazu gehören Bremsschwellen (Speed Bumps), Fahrbahnschwellen (Speed Cushions) und aufgesetzte Plateaus.
- Fahrbahnverengungen: Durch bauliche Maßnahmen am Straßenrand kann die Fahrbahn verengt werden. Wechselseitige Verengungen erzeugen Schikanen, die den Verkehr auf eine Spur reduzieren. Oft hat der Verkehr aus einer Richtung Vorrang.
- Breitenbeschränkungen: Verkehrsinseln, Poller und andere Hindernisse verengen die Straße und zwingen den Verkehr zum Abbremsen. Der gleiche Effekt lässt sich durch Fahrbahnmarkierungen erzielen, wie etwa „Drachenzähne“, die optisch die Fahrbahn verengen und so intuitiv zu einer niedrigeren Geschwindigkeit führen.
- Blitzer: An strategischen Punkten platziert, überwachen Blitzer die Fahrzeuggeschwindigkeit. Sie wirken abschreckend, da Verstöße zu Bußgeldern, Verwarnungen, Punkten in Flensburg oder Strafverfahren wegen gefährlichen Fahrens führen können.
- Rüttelstreifen: Quer markierte Rüttelstreifen oder Rüttelfelder erzeugen Vibrationen und Geräusche beim Überfahren. Sie dienen dazu, Fahrer auf kommende Geschwindigkeitsänderungen oder veränderte Verkehrsbedingungen aufmerksam zu machen.
- Fußgängerhilfen: Fußgängerüberwege und Querungshilfen bieten sichere Punkte zum Überqueren der Straße. Sie schützen Fußgänger und bremsen den Verkehr aus, entweder durch Ampelstopps oder indem sie Fahrer dazu anhalten, auf Fußgänger zu achten.
- Kreisverkehre: Kreisverkehre verlangsamen den Verkehrsfluss, da Fahrer ihre Geschwindigkeit anpassen müssen. Sie sorgen für einen flüssigeren Verkehr mit weniger Stopp-and-Go im Vergleich zu herkömmlichen Kreuzungen.
- Intelligente Autobahn-Maßnahmen: Intelligente Autobahnsysteme nutzen dynamische Verkehrsmanagement-Techniken, wie kameragesteuerte variable Tempolimits, erzwungene Fahrstreifensperrungen und die selektive Nutzung des Seitenstreifens. Sie reduzieren Staus, verhindern Verkehrsballungen und beruhigen den Verkehr vor Unfallstellen.
Wie fährst du sicher in verkehrsberuhigten Zonen?
Verkehrsberuhigende Maßnahmen können für Lieferfahrer eine Herausforderung darstellen. Wenn du jedoch ihren Zweck verstehst und sie respektierst – kombiniert mit dem strategischen Einsatz eines Transportmanagementsystems (TMS) – kannst du deine Lieferungen sicherer und effizienter gestalten.
Manchmal lassen sich verkehrsberuhigte Bereiche nicht vermeiden, dann ist besonnenes Fahren gefragt. In anderen Fällen kann es jedoch helfen, diese Gebiete ganz zu umfahren, um schneller ans Ziel zu kommen.
Es ist entscheidend, dass du dich in verkehrsberuhigten Zonen strikt an die Verkehrsregeln hältst. Diese Maßnahmen sind keine bloßen Hindernisse, sondern dienen dem Schutz von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern sowie der Unfallprävention. Achte darauf, keine Bremsschwellen zu blockieren oder den Verkehrsfluss zu stören, und stelle sicher, dass andere Fahrzeuge sicher an dir vorbeikommen, während du parkst.
Mit einem Transportmanagementsystem (TMS) kannst du effiziente Routen planen, die verkehrsberuhigte Zonen bei Bedarf umgehen. So optimierst du deine Fahrtzeiten und verkürzt die Lieferdauer.
Wenn du in verkehrsberuhigten Gebieten ausliefern musst, sind Geduld und eine vorsichtige Fahrweise das A und O. Fahre vorschriftsmäßig, bremse vor Schwellen ab, durchfahre Schikanen vorsichtig und achte stets auf Fußgänger. Ein verantwortungsbewusster Fahrstil sorgt dafür, dass du und andere sicher unterwegs sind.
Wenn du regelmäßig in verkehrsberuhigten Zonen auslieferst, solltest du deine Zeitpläne anpassen und diese Gebiete zu weniger stark frequentierten Zeiten anfahren. So kannst du beispielsweise Schulen zu den Bring- und Abholzeiten meiden, um Verzögerungen zu minimieren und deine Effizienz zu steigern.
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