Was ist Traffic Assignment?
Bevor wir uns mit Dynamic Traffic Assignment befassen, ist es hilfreich zu verstehen, was Traffic Assignment im Allgemeinen bedeutet.
Traffic Assignment ist eine Modellierungsmethode, die das erwartete Verkehrsaufkommen in einem bestimmten Bereich, etwa einer Stadt oder einem Autobahnabschnitt, prognostiziert. Sie lässt sich sowohl auf Fußgänger- als auch auf Fahrzeugverkehr anwenden und spielt eine Schlüsselrolle in der Stadtplanung und Verkehrstechnik.
Traffic Assignment hilft Planern dabei, den Verkehrsfluss in Straßennetzen vorherzusagen. Die Modellierung dient als Grundlage für das Design und die Optimierung von Straßenführungen, Signalsystemen und der allgemeinen Infrastrukturentwicklung. Durch das Verständnis und die Antizipation von Verkehrsmustern können Planer Staus reduzieren, Reisezeiten verkürzen und die Mobilität insgesamt verbessern.
Was ist Dynamic Traffic Assignment (DTA)?
Dynamic Traffic Assignment ist eine fortschrittliche Methode des Traffic Assignment. Anstatt auf Basis historischer oder statischer Daten zu modellieren, nutzt Dynamic Traffic Assignment aktuelle Verkehrsbedingungen für Echtzeit-Analysen und Prognosen.
Beim Dynamic Traffic Assignment werden Live-Verkehrsinformationen wie Fahrzeuggeschwindigkeiten, Verkehrsdichte und gemeldete Vorfälle erfasst. Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen, etwa Überwachungskameras und Sensoren, kombiniert mit Standort- und GPS-Geräten. Da es auf Echtzeitinformationen basiert, liefert Dynamic Traffic Assignment ein präzises Abbild der aktuellen Straßensituation.
Die dynamische Natur hilft beim Management von Verkehrsüberlastungen. Sie ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Änderungen der Verkehrsmuster, Baustellen, Berufsverkehr oder unerwartete Zwischenfälle. Mit Dynamic Traffic Assignment lassen sich Prognosen und Empfehlungen zügig bewerten. Verkehrsleitstellen können dann die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Staus und Blockaden zu entschärfen.
Dynamic Traffic Assignment verfügt zudem über prädiktive Fähigkeiten. Mithilfe fortschrittlicher Algorithmen und Modellierungstechniken – und basierend auf aktuellen Verkehrstrends – können zukünftige Szenarien vorhergesagt werden. Dies unterstützt proaktive Entscheidungen im Verkehrsmanagement, indem alternative Routen und Verkehrsverteilungen vorgeschlagen werden, um schwere Staus zu verhindern, bevor sie entstehen.
Dynamic Traffic Assignment (DTA) in der Praxis.
Singapurs Intelligent Transport System (ITS) setzt auf smarte Verkehrstechnologien und Echtzeit-Verkehrsmanagement.
Das ITS des Stadtstaates nutzt Systeme und Datenquellen wie Junction Eyes (J-Eyes), das Green Link Determining System (GLIDE), Webcams sowie das Expressway Monitoring Advisory System (EMAS), die alle auf den Kernkonzepten der dynamischen Verkehrsumlegung basieren. Dazu gehören die Echtzeit-Datenanalyse, die Anpassungsfähigkeit an wechselnde Verkehrsbedingungen und prädiktive Fähigkeiten. So können beispielsweise Ampelschaltungen angepasst werden, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten oder Fußgängern das Überqueren der Straße zu ermöglichen. Dies wird live erfasst und die Anpassungen erfolgen dynamisch je nach Bedarf.
Statische vs. dynamische Verkehrsumlegung (DTA) im Vergleich
Die statische Verkehrsumlegung ist eine weitere Modellierungsmethode. Sie bietet einen breiten, gemittelten Überblick über den Verkehr, der sich gut für die Planung und langfristige Prognosen eignet. Die dynamische Verkehrsumlegung hingegen liefert ein detailliertes Bild von Moment zu Moment, was für das Echtzeit-Verkehrsmanagement und kurzfristige Vorhersagen unerlässlich ist.
Die statische Verkehrsumlegung arbeitet über einen längeren, festen Zeitraum, wie etwa die morgendliche Rushhour, und nutzt Durchschnittswerte. Stau wird dabei so modelliert, dass die Reisezeit auf einem Straßenabschnitt mit dem Verkehrsaufkommen zunimmt. Sie geht von einem stetigen, konstanten Verkehrsfluss aus, bei dem sich alle Fahrzeuge mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen.
Ein statisches Modell hat Kapazitätsgrenzen. Es begrenzt das Verkehrsaufkommen nicht anhand der physischen Kapazität der Straße. Daher kann es Staus nicht so realistisch abbilden wie die dynamische Verkehrsumlegung. Wenn beispielsweise mehr Fahrzeuge in einen Abschnitt hineinfahren als herausfahren, nimmt der Stau zu und die Geschwindigkeit sinkt. Die statische Verkehrsumlegung bildet diesen grundlegenden Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, Verkehrsfluss und Dichte nicht ab.
Vorteile der dynamischen Verkehrsumlegung (DTA).
Die dynamische Verkehrsumlegung bietet zahlreiche Vorteile für das Verkehrsmanagement und die Planung.
Da sie auf Live-Daten basiert, können Verkehrssysteme in Echtzeit auf veränderte Bedingungen wie Staus, Unfälle oder Straßensperrungen reagieren. Die Ampelphasen lassen sich an die aktuelle Situation anpassen, was die Effizienz des gesamten Straßennetzes verbessert.
Durch die Reaktion auf aktuelle Verkehrslagen verbessert die dynamische Verkehrsumlegung den Verkehrsfluss genau dann, wenn es nötig ist. Ein flüssigerer Verkehr reduziert Staus und verkürzt die Reisezeiten.
Die dynamische Verkehrsumlegung ist präziser als andere Methoden. Die Nutzung von Echtzeit-Daten führt zu genaueren Verkehrsprognosen. Dies verbessert die Entscheidungsfindung im Verkehrsmanagement und in der Stadtplanung.
Das Geo2 Transport Management System nutzt Live-Verkehrsdaten, um Lieferrouten dynamisch zu optimieren.



